Elisabeth Büchle

Gerth Medien Buch des Jahres 2010

Das Mädchen aus Herrnhut:

Der Historiker Daniel Ritter ist fasziniert von einer Holzfigur, die ein junges Mädchen mit Umhang darstellt. Denn diese Figur gibt einige Rätsel auf.

Ihre Spur führt zurück bis ins Mittelalter und sie ist gesäumt von mysteriösen Todesfällen und seltsamen Verstrickungen. Was verbindet Luise, eine Frau, die im 18. Jahrhundert in der Herrnhuter Gemeinschaft lebte, mit der jungen, modernen Lehrerin Emma Fischer?

Daniel, der schon bald auch von Emma fasziniert ist, macht sich gemeinsam mit ihr an die Nachforschungen. Doch dann geraten beide in große Gefahr ...

Ein vielschichtiger Roman, der in das historische Herrnhut entführt.


Taschenbuchausgabe: 2016

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Leseprobe

Leserstimmen:


Inge Frantzen, gerth.de

Elisabeth Büchle schafft es immer wieder, zu Herzen gehende Geschichten zu erzählen, ohne dabei kitschig zu sein.Außerdem sind ihre Recherchen zum historischen Kontext ihrer Romane hervorragend. Eine wirklich empfehlenswerte und spannende Lektüre einer tollen Autorin.

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Buchhandlung Lesen & Leben, Wiesbaden, gerth.de

Die neue Büchle hat uns richtig begeistert. Gut und spannend geschrieben, keine Längen, keine Langeweile, die Liebesgeschichte romantisch aber nicht zu schnulzig. Und dann der geschichtliche Spaziergang, wohl recherchiert, durch das historische Herrnhut.

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Christian Döring, erf.de

Die Autorin hat es wieder einmal geschafft, mit ihrem neuen Roman bei mir zu landen. (...) Es ist eine gelungene Mischung aus Krimi, Mittelalter- und Liebesroman. (...) Wieder einmal sorgt die Autorin für ein schönes Leseerlebnis.


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Salome Mayer, sound7.de

Insgesamt ein sehr gut recherchierter Roman, in dem der Leser vor allem im ersten Teil einiges über das historische Herrnhut erfährt.

Bewertung: 81 - 90         Herausragend: Alles stehen und liegen lassen! Kaufen! Lesen!

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Ein spannender Unterhaltungsroman. 

Rita Del'Agnese, Histo-Couch

 Besonders im letzten Drittel nimmt die Geschichte gehörig Fahrt auf und kann mit ihren „großen Brüdern“, den klassischen Verschwörungs-Romanen, mühelos Schritt halten. 

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Bärbel Kache-Lungwitz

Januar 2011


...und genau das macht eine gute Autorin in meinen Augen aus, dass sie den Leser fesseln kann, ihn mitnimmt in ihre Welt, ihn teilhaben läßt am Geschehen...und ganz genau das ist ihr wunderbar gelungen.

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I. Koller, gerth. de



Elisabeth Büchle  (...) schafft es, in ihren Büchern Krimi, Historik, Liebe und Glauben miteinander so zu verknüpfen, dass jedes ihrer fünf Bücher ein Genuß ist.

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M. Lahnstein, gerth.de

5,0 von 5 Sternen


Dieser Roman hat mir unheimlich gut gefallen und war an einigen Stellen so spannend, dass ich wie gebannt gelesen habe, weil ich unbedingt wissen musste, wie es weitergeht.
(...) Der Leser nimmt an einer Art Schatzsuche teil, dann wähnt man sich beinahe in einem Krimi, um dann in einer Liebesgeschichte zu landen. Elisabeth Büchle schreibt wunderbar unterhaltsam (...)

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E. Kornelsen

 Juni 2011


Ein Buch von Elisabeth Büchle ohne Spannung, Abenteuer und unerwarteten Wendungen gibt es nicht. Doch dieses Buch enthält eine besonders große Portion Aufregung, Spannung und Überraschungen.
(...)
Ein ungewöhnliches Buch, das man gelesen haben muss.

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Rezensionen auf Lovelybooks



Pressestimmen:


Historienromane mit Thriller-Faktor

 Elisabeth Büchle mag es spannend und romantisch

Rainer Buck für sound7.de


Das Genre »Historischer Roman« war in den letzten Jahren für Verlage eine einigermaßen sichere Anlage. Christlichen Autoren liefert das Genre einiges an reizvollen Stoffen, denn die Geschichte bietet Zeiten und Orte, in denen die christliche Kultur prägend war, oder faszinierende historische Persönlichkeiten. Es gab in den alten Zeiten noch so etwas wie eine Volksfrömmigkeit, sodass Autoren keine Klimmzüge machen müssen, um einen Roman mit gläubigem Personal zu bestücken. Ferner kommen historische Romane der christlichen Tugend entgegen, Bücher nicht nur zur Unterhaltung zu lesen, sondern auch etwas daraus zu lernen.


Elisabeth Büchles Metier ist bislang der historische Roman. Damit schaffte es die 1969 im württembergischen Trossingen geborene Altenpflegerin und Mutter von fünf Kindern als »Freizeitautorin« und Autodidaktin innerhalb weniger Jahre zu einer Schriftstellerin zu avancieren, deren Name zumindest in christlichen Kreisen schon Markenqualität besitzt. Elisabeth Büchle hat ein Genre gewählt, das Erfolgschancen bietet, das aber ohne schriftstellerische Tugenden (und Erzähltalent) nicht zu bewältigen ist: Ohne die Mühen der Recherche und gestalterische Disziplin geht es nicht.

Obwohl sie gerne in die »typische Frauen-Buch-Ecke« gedrängt wird und sie ihrem Verlag damit offensichtlich solide Verkaufszahlen beschert, fand SOUND7.DE-Autor Rainer Buck (kein bekennender Fan epischer Historenromane) Anknüpfungspunkte für ein Gespräch.

Ich war offen gestanden überrascht, dass sich dein letzter Roman »Das Mädchen von Herrnhut« im zweiten Teil als veritabler Thriller entpuppte. Ich habe gelesen, dass der Anstoß für diesen Roman angesichts des Zinzendorf-Jubiläumsjahres vom Verlag kam. Hast du dem Verlag da womöglich zusammen mit dem verlangten historischen Stoff einen insgeheim geplanten Krimi untergejubelt?

Untergeschoben? Nein! (lacht) Die Vorgabe hieß, etwas über den Grafen Zinzendorf zu schreiben, und da ich keine Romanbiografien verfasse, war dem Verlag durchaus klar, dass ich diese historische Person nur am Rande streifen würde. Mit meinem Sprung nach einem Drittel des Manuskriptes in das Jahr 2007 habe ich den Verlag vermutlich dennoch überrascht. Allerdings weniger mit der Thriller-Komponente. Wer meine Romane kennt, ist gewisse Verwicklungen, Spannung und den einen oder anderen Toten schon gewohnt. Allerdings geschieht dies in einem Rahmen, der weder reißerisch noch auf Effekthascherei aus ist. Der Wechsel in das Jahr 2007 hatte für mich zwei Gründe. Zum einen wollte ich nach vier historischen Romanen nicht zwingend in diese historische Ecke gedrängt werden, zum anderen konnte ich dadurch aufzeigen, was heute noch alles existiert, das damals im 18. Jahrhundert durch den Grafen Zinzendorf auf die Beine gestellt wurde.

Hast Du keine Angst, deine Stammleserinnen zu erschrecken?

Die Befürchtung regte sich tatsächlich in meinem Hinterkopf. Vor allem hatte ich da meine über 70-jährigen Leser und Leserinnen im Blick. Dennoch bekam ich von dieser Generation durchweg positive Rückmeldungen auf das Buch, wie übrigens auch von meinen ganz jungen Lesern! Ich weiß nur von einer Dame, die ein bisschen jünger als ich sein dürfte und nicht auf einen »Krimi« eingestellt war, dass ich sie wohl irritiert habe. Soweit ich weiß, hat sie es überlebt! Und wie ich schon sagte, leben meine Romane sowohl von der Romantik als auch von der Spannung. Ich bin bemüht, über das Leben zu schreiben und da gehören Krieg, Krankheit, Sterben und »böse Buben« dazu!


Kann es sein, dass man dich demnächst mal in einem völlig anderen literarischen Genre als dem historischen Roman erlebt?

(Lacht) Was hättest du denn gerne? Sagen wir es mal so: Das wird sicher nicht mein letzter Ausflug in die Gegenwart und in Richtung Thriller gewesen sein. Allein schon, da Leser eine Fortsetzung des Herrnhut-Buches fordern - vor allem wegen des »jugendlichen Detektivs« Falk! Kinder- oder Jugendbucher zu veröffentlichen, könnte ich mir ebenfalls vorstellen, aber dann hört es auch schon auf. Science-Fiction zum Beispiel mag ich gar nicht, und auf irgendwelche Zauberer-Vampir-Hexen-Einhorn-Manien mag ich auch nicht eingehen. Darüber zu schreiben überlasse ich gerne anderen Autoren.

Was macht für dich einen guten Roman aus? Wie definierst du deinen eigenen literarischen Anspruch?

Ich mag Romane, die von der Geschichte her nachvollziehbar und stimmig sind, kann aber auch mal ein Auge zudrücken, wenn es da ein bisschen holpert. Denn immerhin ist es ja »nur« ein Roman. Die historischen, politischen und sozialen Daten habe ich gerne so korrekt wie möglich. Spannung und Action sollten ausreichend vorhanden sein, da verzichte ich lieber auf zu viel Psychologie oder ausufernde sexuelle und brutale Details. Nicht leiden kann ich es, wenn Romane in einer »grauen Welt« ablaufen. Geht eine Person von A nach B, möchte ich gerne wissen, ob es dort Gras und Bäume hat, ob es regnet oder die Sonne scheint und so weiter. Gut finde ich, wenn Menschen sich innerhalb der Geschichte entwickeln, verändern oder aber genau so bleiben wie sie sind, gleichgültig, welcher widerwärtige Wind ihnen um die Ohren pfeift. Schwammige 08/15 Hauptfiguren sind, so finde ich, langweilig. Das setzt aber auch voraus, dass man die Protagonisten »kennenlernen« kann. Ihre Eigenheiten, ihre Schwächen, ihre Stärken sollten sich möglichst schon sehr bald herauskristallisieren.

Inwiefern bringst du bewusst christliche Inhalte in deinen Romanen unter? Wie entgehst du der Gefahr, dass christliche Botschaften aufgesetzt wirken könnten?

Der Glaube an Gott ist ein wesentlicher Bestandteil meines Lebens. Er hat mir meine Fantasie geschenkt und deshalb ist es für mich nur natürlich, dass meine Romanfiguren sich ebenfalls an ihm orientieren. An Gott kommen wir alle - früher oder später - nicht vorbei. Allerdings möchte ich meine Leserinnen und Leser nicht mit dem viel zitierten Holzhammer überfallen. Deshalb bemühe ich mich, das Glaubensleben der Protagonisten so »natürlich« wie möglich zu gestalten. Stellenweise »vergessen« sie Gott. Manches Mal brauchen sie - wie auch wir - jemanden, der sie mal wieder in die richtige Richtung schubst, ihnen deutlich die Meinung sagt oder einfach nur für sie betet. Gelegentlich können sie an einem wunderschönen Platz sitzen, etwas Bezauberndes ansehen und sich über die Schöpfung Gottes freuen. Das tue ich oft und sage dann wie meine erdachten Figuren einfach nur: Danke.

Wirst du außerhalb der christlichen Welt als Autorin wahrgenommen?


Außerhalb der christlichen Szene werde ich nur in sehr eingeschränktem Maße wahrgenommen. Hier im Umkreis meines Wohnortes selbstverständlich mehr als anderswo. Das mag daran liegen, dass die christlichen Verlage einfach »kleinere« Vertriebshäuser sind und dementsprechend weniger Werbung schalten als große Verlage und nach außen hin nicht so präsent sind. Und dabei brauchen sie sich, was die Qualität der verlegten Bücher und die Kompetenz ihrer Mitarbeiter anbelangt, keinesfalls zu verstecken! Zudem ist der christliche Markt in Deutschland ohnehin ein sehr kleiner, im Gegensatz zu dem in den USA zum Beispiel. Dort kannst du jedes christliche Buch in einem normalen Supermarkt kaufen. Und sie werden gekauft, ohne dass die Leser anschließend erschrocken oder despektierlich rückmelden, dass es in dem Buch ja auch um Jesus geht.

Fändest du im säkularen Bereich gerne mehr Beachtung?

Da sage ich ein ganz unverblümtes Ja, das würde mir gefallen - und zwar aus zwei Gründen. Zum einen, weil ich gerne soweit kommen möchte, meine Familie durch mein Schreiben ernähren zu können, und zum anderen, weil ich hoffe, durch meine Romane die Menschen zum Nachdenken anregen zu können. Über ihr Tun, ihr Leben, ihren Glauben.

Was ließe sich für den Sprung auf den großen Markt tun?

Das ist eine schwere Frage. Ich für mich kann da fast gar nichts tun. Um einen großen Skandal zu initiieren, nur um mal in die Schlagzeilen zu kommen, bin ich nicht der Typ! (lacht) Und inwieweit ein Verlag sich mit Werbung und Öffentlichkeitsarbeit aus dem Fenster lehnen kann, vor allem auch finanziell, kann ich nicht beantworten. Vorstellen könnte ich mir, dass sich Vertreter bewusst in nicht christlichen Buchhandlungen vorstellen. Oder dass mehr und anders für die Bücher geworben wird. Ich dachte schon, ob größere Veranstaltungen, Buchpreisverleihungen innerhalb der christlichen Szene oder ähnliches mehr Medieninteresse auf sich ziehen würden? Aber wie gesagt, das sind Dinge, die von den Verlagen ausgehen und die ich weder einschätzen noch beeinflussen kann.

Du hast in den letzten Jahren jedes Jahr mindestens einen umfangreichen Roman veröffentlicht. Ist da Schreiben noch Muse oder wird es manchmal zur Pflichterfüllung?

Schreiben ist ein Hobby. Es macht Spaß, lenkt mich ab, lässt mich Begebenheiten und Erfahrungen verarbeiten, ist ein Lernfeld und oft wie Urlaub! Arbeit wird es dann, wenn das überarbeitete Manuskript vom Lektorat zurückkommt und in ein passendes, ansprechendes, alle zufriedenstellendes Format gebracht werden muss. Das ist nicht immer einfach, da ich eine - wie gehe ich denn jetzt schonend mit mir um ... (grinst) - einerseits chaotische, andererseits sehr perfektionistische Schreiberin bin. Ein Widerspruch in sich, ich weiß, aber so bin ich nun mal! Das Ergebnis passt dann, und das ist doch das Wichtigste! Ein fertiges Buch zum ersten Mal in den Händen zu halten ist dann durchaus wieder Muse!

Musiker ernten ja das direkteste Feedback für ihre künstlerische Arbeit bei Konzerten. Wie erfährt eine Autorin, ob das, was sie schreibt, die Menschen bewegt?

Ich bekomme viele Mails und Briefe, dazu Rückmeldungen über Facebook. Zudem habe ich eine Homepage mit einem integrierten Blog, über den auch Feedbacks eintreffen. Inzwischen mag ich es, auf Lesungen zu gehen, um dort mit dem Publikum zu kommunizieren und ihre Meinungen, Anregungen und Vorschläge entgegen zu nehmen. Das ist meist sehr hilfreich und ermutigend, tatsächlich auch weiter zu schreiben. Bei der einen oder anderen Veranstaltung entstanden bereits bereichernde Kontakte. Ich freue mich auch über jede Rezension auf den verschiedenen Literatur-Internetseiten, die es so gibt. Die Leser sind dort sehr ehrlich und deshalb ist für mich diese Kritik enorm wichtig und konstruktiv. Allerdings muss man als Autorin natürlich im Blick haben, dass die Geschmäcker der Leserschaft einfach sehr unterschiedlich sind. Aber sonst wäre die Literatur - wie auch das Leben - ja langweilig!

Fühlst du dich als christliche Autorin auch irgendwo als Teil einer Art »Community«, vergleichbar der »christlichen Musikszene«, oder bist du da mehr eine Einzelkämpferin auf deinem Gebiet?

Bei Begriffen wie »Szene« oder »Community« müßte man wohl nach verbindenden Zielen und Hintergründen, Kontakten und gemeinsamer Außenwirkung fragen. In der Praxis fühle ich mich schon mehr als eine Einzelkämpferin. Kontakte zu anderen Autoren oder Verlagen gibt es eigentlich nicht, was ich sehr bedauere. Meine Lesungen organisiere ich selbst, und auch den Werbeflyer, den ich gerne verteile oder auslege, hat mein Mann entworfen. Dass in diesem Bereich nicht mehr Verknüpfungspunkte bestehen, lässt sich vielleicht damit erklären, dass die Sparte nun mal sehr klein ist. Was aber auch eine Chance sein könnte, einmal etwas in diese Richtung zu beginnen?!

Was wird es als Nächstes von dir zu Lesen geben?

Sehr präzise kann ich die Frage nicht beantworten. Einerseits, weil ich natürlich nicht zu viel vorneweg verraten möchte, andererseits, weil gerade zwei Manuskripte im Verlag liegen und ein drittes in diesen Tagen fertig geworden ist. Bei einem Manuskript liegt der Handlungsort im Schwarzwald, die beiden anderen beginnen in Deutschland, spielen dann aber in anderen Ländern weiter, wobei eines davon wieder im Schwarzwald endet. Mehr Infos über die gerade entstehenden Manuskripte gibt es übrigens in unregelmäßigen Abständen auf meinem Blog oder bei Facebook. Welches dieser drei Manuskripte nun zuerst veröffentlicht werden wird, ist noch unklar.

Vielen Dank für das Gespräch!


Neuer Büchle-Roman führt ins Historische Herrnhut    Von Ingrid Kohler  Trossinger Zeitung

Trossingen - Ihrem Markenzeichen, romantische Liebesgeschichten, eingebettet in gründlich recherchierte historische Zusammenhänge, ist die Autorin auch in ihrem fünfen Roman treu geblieben. Elisabeth Büchle hat in einer Lesung in den Räumen der Gemeinde Gottes in Trossingen ihr noch druckfrisches Werk „Das Mädchen aus Herrnhut“, stimmig umrahmt mit Klassischer Musik mit Geige und Klavier, vorgestellt.

„Die Grundidee für diesen Roman kam dieses mal vom Gerth-Verlag – im Jahr 2010 jährt sich der Todestag von Nikolaus Graf von Zinzendorf zum 250. Mal. So führt Teil 1 des Romans zurück in die Zeit von 1731/32, in eben die Zeit des Grafen von Zinzendorf, dem Erfinder der Herrnhuter Losungen, und Begründer der Herrnhuter Missionshilfe, die noch heute in 17 Ländern auf vier Kontinenten vertreten ist, und der seiner damaligen Zeit weit voraus war“, führte die Autorin in die Lesung ein

Elisabeth Büchle macht in diesem Roman aber erstmals auch einen Sprung in die heutige Zeit, ins Jahr 2007 und zeigt damit das Herrnhut im 21. Jahrhundert auf. Dieser Teil ist füllt etwas zwei Drittel knapp 400-Seiten dicken Romans. Dass sie damit einen „Volltreffer“ bei den Teens gelandet hat, hätten erste Reaktionen von jungen Lesern gezeigt, war von der Autorin zu erfahren.

Elisabeth Büchle hat wie immer tief recherchiert, ist im Februar 2009 nach Herrnhut, dem geschichtsträchtigen Ort in der Oberlausitz – an der Grenze zu Polen und Tschechien – gefahren, bindet aber ebenso die Schüler des Gymnasiums der Zinzendorfschule in Königsfeld im Schwarzwald mit in das Geschehen ein. „Wie in jedem bisherigen Roman habe ich auch im „Mädchen aus Herrnhut“ ein verstecktes Thema eingebaut“, erzählt Elisabeth Büchle „es ist der Umgang mit Leid, das Buch soll auch Mut machen, so wie die Personen im Roman, neue Schritte zu wagen“. Die Verfasserin hat einige Geheimnisse ins Buch verwoben „absichtlich“, sagt sie „es soll ja eine Liebesgeschichte mit Spannungselementen sein“.

Elisabeth Büchle liest aus einigen Kapiteln ihrer zu Herzen gehenden Geschichte, die keineswegs kitschig wirkt und die zahlreichen Zuhörer mitreißt, ja auch betroffen macht, als die schmerzlichen Lebensweg der jungen Luise folgen, die nicht mal ihren Namen kennt. Sie wurde als Findelkind in den „Frankeschen Anstalten“ aufgenommen und musste wegen angeblichem Fehlverhalten als 16-jährige diese widerspruchslos verlassen und ging nach Herrnhut.

Der Zeitsprung ins Jahr 2007 zeigt den Historiker Daniel Ritter, der fasziniert ist von einer Holzfigur, die ein junges Mädchen mit Umhang darstellt. Diese Figur gibt Rätsel auf, und die Spur führt zurück bis ins Mittelalter und ist gesäumt von mysteriösen Todesfällen und einer Menge seltsamer Verstrickungen: Was verbindet Luise, eine Frau, die im 18. Jahrhundert in der Herrnhuter Gemeinschaft lebte, mit der jungen modernen Lehrerin Emma Fischer? Daniel ist schon bald von Emma fasziniert und macht sich gemeinsam mit ihr an die Nachforschungen: Beim Brand in alten Forsthaus im 18. Jahrhundert, bei dem die inzwischen blinde und hilfslose Luise angeblich ums Leben kam, kam auch ein Mann ums Leben, aber wer war dieser Mann, war es ein Mönch? Daniel und Emma lassen bei ihren Recherchen nichts unversucht, geraten dabei aber selbst in große Gefahr. „Das Mädchen von Herrnhut“ – eine spannender Roman zum Zinzendorfjahr 2010.



Aus dem Schul- und Internatsleben Zinzendorfschulen Königsfeld  April 2010

Elisabeth Büchle liest an den Zinzendorfschulen


Neuer Roman der Trossinger Autorin hat engen Bezug zur Brüdergemeine

Wenn ein Roman schon „Das Mädchen aus Herrnhut“ heißt, gibt es eigentlich in der ganzen Region keinen besseren Ort für eine Lesung als den Kleinen Kirchensaal in Königsfeld. Und genau dorthin haben Sr. Agel und Sr. Lütkebohmert-Schilling für die angehenden Erzieherinnen und Erzieher des zweijährigen Berufskollegs für Sozialpädagogik die Trossinger Autorin eingeladen.

Elisabeth Büchle las in einer Doppelstunde spannende Passagen aus ihrem teils historischem Roman, der in zwei Handlungsebenen spielt. Die eine Handlung spielt zur Zeit des Grafen Zinzendorf, dessen Todestag sich in diesem Jahr zum 250. Mal jährt, die andere spielt im Hier und Jetzt. Viele historische Orte werden genannt, aber „nicht alles, was vorkommt, ist echt“, warnte Büchle ihre Zuhörerinnen und Zuhörer.


Der Anstoß für diesen Roman hatte ihr Verlag gegeben, erklärte die gelernte Bürokauffrau und Altenpflegerin, die zuvor schon mehrere historische Romane verfasst hatte. „Die schlugen mir vor, ein Buch zu schreiben, in dem Graf Zinzendorf vorkommt.“ Der Namensgeber des Königsfelder Schulwerks hat auch einen kleinen Gastauftritt in dem Krimi, der im Jahr 1732 beginnt.

Bei den Recherchen hat Elisabeth Büchle ein interessantes Detail gefunden, mit dem sie die Geschichte ihrer Protagonistin mit der des Grafen Zinzendorf gut verknüpfen konnte. „Er war nämlich kurzsichtig“, verriet sie den angehenden Erzieherinnen und Erziehern. „Dieses Detail seiner Biographie interessiert vermutlich sonst niemanden, aber ich konnte es in meinem Roman gut verwerten.“ Ihre Heldin Luise teilt nämlich dieses Schicksal mit dem Grafen, Erdmuthe Dorothea Gräfin von Zinzendorf die Symptome der Krankheit erkennt.


Die zweite Handlungsebene spielt im Jahr 2007. In Herrnhut ist gerade eine Schülergruppe der Königsfelder Zinzendorfschulen zu Besuch. Richtig hellhörig wurden die Zuhörerinnen und Zuhörer der Lesung, als der Name der Lehrerin, die im Roman vorkommt, genannt wurde: Sie hießt Fischer – genau wie der reale Schulpfarrer. Kein Stutzen gab es dagegen, dass sie mit „Schwester“ angeredet wurde und einen Historiker, der ihr über den Weg läuft, „Bruder“ nennt. „Daran merke ich gleich, wo ich lese“, sagte die Autorin.


„Ich bin begeistert, hier lesen zu dürfen“, hatte Elisabeth Büchle schon zu Beginn der Lesung gesagt. Auch entschuldigte sie sich bei ihrem jugendlichen Publikum, dass sie ihnen im Roman auch noch das Fach italienisch aufgeladen habe – „es passte aber so gut.“