Elisabeth Büchle


Der Klang des Pianos

Historikus des Monats April 2012 bei Histo-Couch

Histo-König 2012 (beste historische Roman des Jahres)

Short-List HOMER-Literaturpreis 2014 in der Kategorie "Abenteuer".

Freiburg 1912: Richard darf einen lukrativen Auftrag ausführen. Als Klavierbauer für die Firma Welte soll der junge Mann ein selbstspielendes Piano auf einem Luxusliner einbauen: der Titanic.

In Irland trifft er die bezaubernde Norah, die sein Leben gehörig auf den Kopf stellt. Die Stewardess soll sich um das Wohl der reichen Gäste auf dem Schiff kümmern. Doch mit einer gewagten Rettungsaktion im irischen Hafenviertel schafft sich Norah mächtige Feinde. Als finstere Ganoven hinter ihr her sind, versucht Richard, sie zu beschützen. Und als die Titanic schließlich aus Southampton ausläuft, blicken beide in eine ungewisse Zukunft...


Buchtrailer Der Klang des Pianos

Signiert bestellen: Mail


Leser-Pressestimmen

kirsi_mueller, lovelybooks

Februar 2014

"Doch wer gedacht hat, dass die Autorin von “Der Klang des Piano” nur ein Remake von Camerons Film vorhat, der hat sich falsch geschnitten. (…) Interessant fand ich auch die Tatsache, dass das Buch weniger aus der Perspektive der Passagiere der Titanic erzählt, sondern vielmehr aus Sicht der
Angestellten. Norah arbeitet beispielsweise als Stewardess in der 1. Klasse. Ihr Bruder Adam ist Matrose auf der Titanic und Dylan ihr bester Freund arbeitet als Heizer. Dies ermöglicht dem Leser einen neuen Blick auf den Untergang der Titanic und gerade die ganzen eingebauten Hintergrundfakten der Titanic beschwören ein neues Bild herauf."

Und weiter heißt es dann:

Fazit

“Der Klang des Pianos” ist ein großartiger Liebesroman mit
liebevoll gezeichneten Charakteren. Das Buch ist nur schwer aus der Hand zu
legen und öffnet neue Perspektiven auf eines der tragischsten Schiffsunglücke
des 20. Jahrhunderts."

Vielen Dank an Kirsi.
.


Christian Döring, Bücher verändern Leben

März 2012

 In diesem Wälzer steckt so ziemlich alles drin: Da ist die Erfahrung verarbeitet, dass es nicht gut gehen kann, mit dem immer höher und immer besser . . . da ist aber auch die großartige Liebesgeschichte zweier Menschen die in ihrer Unterschiedlichkeit zur richtigen Einstellung zum Leben finden, aber da bleibt die große Ungewissheit . . .

__________________________________________________________________________

Moni

März 2012

Darum bleibt mir nur noch zu sagen ,dass ich wieder sehr sehr schöne Stunden mit einem wundervollen Buch verbracht habe (...) Es war für mich wieder ein ganz besonderes Erlebnis dieses Buch zu lesen,denn die Autorin hat die Begabung in ihren Büchern ihren Lesern Kopfkino vom feinsten zu präsentieren.

________________________________________________________________


"Historikus" des Monats April

Rita Dell`Agnese, Histo-Couch


(...) Damit umschifft sie die größte Klippe: Den Eindruck der Leser, das alles schon mal oder gar mehrmals gehört oder gelesen zu haben. Die Autorin vermag den Spannungsbogen gut zu halten und erst auf den letzten Seiten ganz zu lösen. (...)
Mit ihrem Titanic-Roman hat Elisabeth Büchle bewiesen, dass es auch bei einem so populären Thema möglich ist, einen neuen Ansatz zu finden und die Dramatik hoch zu halten.

________________________________________________________________

Mr. Rail,  literatwo

April 2012


Als Leser muss man wissen, worauf man sich einlässt, wenn man in einem aktuellen Titanic-Roman versinkt. Man darf nicht erwarten, im maritimen Handlungsstrang Überraschungen zu erleben – man darf davon ausgehen, dass man Personen begegnet, die historisch verbrieft sind und dadurch wenig Spielraum für Interpretationen lassen und letztlich darf man nicht darauf hoffen, dass der Autor oder die Autorin zum Ende des Romans in einer heldenhaften Korrektur der Seegeschichte das Ruder der Titanic im wahrsten Sinne des Wortes herumreißt. Das muss man wissen – das wussten wir.

Als Autor muss man wissen, worauf man sich einlässt, wenn man einen modernen Titanic-Roman schreibt. Man wird niemals dafür gelobt werden, wie brillant die Idee mit dieser Schiffskatastrophe doch sei – niemand wird ein Wort darüber verlieren, welche Vielfalt an Protagonisten sich in den verschiedenen Klassen des schwimmenden Palastes eingefunden haben und in den meisten Fällen erntet man maximal Kritik, wenn die historisch verbürgten Fakten nicht so wiedergegeben wurden, wie sie im kollektiven Gedächtnis von Generationen überlebt haben. Dies muss Elisabeth Büchle gewusst haben, bevor sie die ersten Zeilen ihres Titanic-Romans „Der Klang des Pianos“ zu Papier brachte.

Eine schmale Gratwanderung also für Schriftsteller und Publikum, sich auf das dünne Eis eines der berühmtesten und doch namenlosen Eisberge der Neuzeit zu begeben, um in diesem Szenario eine neue Handlung zu platzieren und neue (natürlich fiktive) Charaktere dem vorprogrammierten Untergang entgegenstreben zu lassen.

Literatwo begab sich gemeinsam und gleichzeitig auf diesen Grat – mit intensivsten Kenntnissen zur Katastrophe versehen, da wir gerade zu diesem Schwerpunkt im Rahmen unseres Titanic-Projektes (LINK) mehr zum Thema gelesen haben, als jemals zuvor. Uns konnte nichts mehr überraschen – alles war ja von vorneherein klar und so gaben wir an einem ruhigen Abend vor wenigen Tagen das Kommando „Leinen los“ und folgten Elisabeth Büchle zum „Klang des Pianos“ in das Jahr 1912.

Also – kurz gesagt, es waren keine Überraschungen möglich! Dachten wir… eigentlich…

Wenn wir den historischen Kontext der Schiffstragödie im Roman beleuchten, dann fällt auf, dass der Autorin in der Einbettung ihrer Handlung keinerlei – und hiermit meinen wir nicht den Kleinsten – Fehler begangen hat. Die Schilderung des Hintergrundes und der realen Persönlichkeiten ist stilsicher und durchweg Vielschichtig. Der Fokus richtet sich nicht nur auf die Passagiere der Ersten Klasse oder den viel zitierten Konflikt zwischen Arm und Reich – nein – Elisabeth Büchle wandert mit uns ebenso gewandt über das Promenadendeck, wie sie ihre Leser in die Tiefen der Maschinenräume entführt. Ihr intensiver Blick in den Bereich der Zweiten Klasse ist hier eine Perspektive, die sich allzu selten in historischen Romanen zum Untergang der Titanic wiederfindet.

So sagte „Titanic-Expertin“ und Sachbuchautorin Linda Maria Koldau in unserem Exklusivinterview gerade zu dieser Problematik: „Die Zweite Klasse bietet eben keinen spannenden Stoff für einen Roman.“ Elisabeth Büchle hat bewiesen, dass es anders geht – ein eindeutiges Plus in diesem Roman- sozusagen der „Titanische Missing-Link“ in der Weltliteratur zum Thema!

Dieser Linie bleibt die Autorin in der reinen Romanhandlung treu. Elisabeth Büchle hat wohl den allerersten Titanic-Mittelklasseroman geschrieben – und dies ist KEINE Wertung! Richard Martin, Angestellter eines mittelständischen Unternehmens erhält den Auftrag, an Bord der Titanic eines jener legendären automatischen Klaviere in Betrieb zu setzen. Dort begegnet er der Stewardess Norah Casey. Es ist nicht ihr erstes Treffen. Als Verwandte seines Arbeitgebers war sie kurze Zeit zuvor in Deutschland, und Richard musste sich in dieser Zeit aufgrund seiner fundierten Englischkenntnisse um das impulsive Energiebündel kümmern.

Als strebsam kann man Richard bezeichnen – als nach Höherem strebenden Menschen, der so wenig wie möglich Fehler machen möchte und alles dem persönlichen Erfolg unterordnet – auch seine eigene Persönlichkeit. Mit Norah begegnet ihm zum ersten Mal eine junge Frau, die vor Lebenslust und Energie zu platzen scheint und sich trotz ihrer gesicherten Stellung nicht nach oben orientiert, sondern den Menschen verbunden bleibt, denen es weitaus schlechter geht.

Norah und Richard – ungleicher können Mann und Frau nicht sein und doch gilt auch hier das Mantra „Gegensätze ziehen sich an“. Vor der Abfahrt der Titanic lernt Richard Norahs Familie kennen und sie erkennen in ihm den „traurigen Deutschen“ aus den Erzählungen Norahs. Eine Begegnung, die zwei Leben verändert.

Denn Norah verbirgt ein dunkles Geheimnis. Ihre soziale Ader sorgt dafür, dass sie sich zunehmend in Gefahr bringt und einigen Menschen ein wahrer Dorn im Auge ist. Wird Richard rechtzeitig wach? Kann er über seinen langweiligen Schatten springen? Und wie entscheidet er sich, als die reiche Tochter seines adeligen Gastgebers ein eigenwilliges Auge auf ihn wirft. Zerrissen vom Streben nach gesellschaftlichem Aufstieg und dem Aufsteigen ernster Gefühle befindet er sich am Tag der Abreise unplanmäßig an Bord der Titanic. Aber die Fahrt wird in jeder Beziehung anders verlaufen, als er sich dies jemals hätte vorstellen können.

Elisabeth Büchle gelingt es sehr gut, ihren Liebesroman in das historische Setting der Titanic und ihrer Zeit einzubetten. Sie hat dabei Bilder erzeugt, die neu waren – sie ist tief in die Epoche der großen technischen Entwicklungen eingestiegen und hat die Menschen von einst zu Wort kommen lassen. Besonders deutlich wird dies an den Stellen, wo der unbedingte Glaube an Gott das einzige zu sein scheint, das noch Halt bieten kann. Diese Bilder wirken nach.

Es ist keine Überraschung, dass die Titanic auch bei Elisabeth Büchle das Duell mit dem Eisberg verliert. Man mag das eigentliche „Romanende“ vielleicht als ein wenig „kitschig“ bezeichnen oder gar, ab einer bestimmten Stelle, sogar ein wenig vorhersehbar. Dramaturgisch passt es zum Buch und fügt sich harmonisch in das Gesamtbild ein. Wir haben lange telefoniert, als wir die letzten Seiten von „Der klang des Pianos“ beendet hatten. Wir haben diskutiert und beratschlagt, wir haben uns einige Varianten einfallen lassen, wie das Ende auch hätte geschrieben sein können. Ist es nicht schön, dass ein gemeinsam gelesenes Buch uns dazu bringt, alles noch mal durchzuspielen, alles neu zu denken und dabei doch so tief im Stoff zu bleiben?

Das ist schön…. Sehr sogar…

_________________________________________________________________

Anonym, gerth

19.04.2012

Ein wunderschöner und spannnender Roman, der einen Einblick in die menschlichen Dramen bietet, die sich rund um den Untergang der Titanic ereignet haben müssen.

_________________________________________________________________

A. Eberlein, gerth

13.04.2012


Die gelungene Kombination aus historisch gut recherchiertem Roman, Liebesgeschichte und spannendem Thriller ist es, was mich an den Büchern von E. Büchle immer besonders beeindruckt.

_________________________________________________________________________

Michael Krause, Buchtips.net

3. Juli 2012

Das der Roman (...)  ein Genuss ist, liegt an der packenden Geschichte und an den überaus glaubhaften Figuren, die Frau Büchle zu Leben erweckt hat.
(...) Der Plot überzeugt und begeistert Leser unterschiedlicher Genres.

“Der Klang des Pianos” ist sicher eine der großen Buchüberraschungen des Jahres 2012! Die Mischung aus historischem Roman, Krimi und Liebesgeschichte ist durchweg stimmig. (...) Gerade die detaillierte Beschreibung der Arbeitsverhältnisse in Belfast macht “Der Klang des Pianos” auch für alle Titanicfans, die meinen, schon alles über den Ozeanriesen zu kennen, zu einer Pflichtlektüre.

___________________________________________________________________________________

Rezensionen auf Lovelybooks

_________________________________________________________________

Interviews / Presse

rz 2012,  Bücher verändern Leben

 Elisabeth Büchle hatte für buecherveraendernleben Zeit und hat uns folgende Fragen beantwortet:

 Hallo Elisabeth, in wenigen Tagen erscheint Dein siebter Roman. Wie fühlt sich da die erfahrene Schriftstellerin?

Sie fühlt sich wie ein kleines Kind kurz vor Weihnachten: Aufgeregt, ungeduldig und voll gespannter Vorfreude. Von der „erfahrenen“ Schriftstellerin bleibt da, so fürchte ich, nicht sehr viel übrig! Es ist jedes mal ein berauschender Moment, ein Buch das erste Mal in der Hand zu halten, und gleich darauf folgt eine Zitterpartie, bis die ersten Leserstimmen eintreffen und es sich herausstellt, ob zumindest einem Großteil der Leser dieser neue Roman zusagt.

Auch in diesem Roman steht wieder eine große Liebesgeschichte im Mittelpunkt. Ist da die Titanic nur literarisches Beiwerk oder gibt es für den Leser auch historische Fakten?

 Ich drückte es mal lieber so aus: „Der Klang des Pianos“ enthält eine wunderschöne Liebesgeschichte, die rund um die Entstehung und den Untergang des „Mythos“ Titanic eingeflochten ist. Historische Daten (Baudaten, Details der drei Schwesternschiffe) und Personen (Welte, Bokisch, Andrews, Lord Pirrie…) spielen ebenso eine Rolle, wie auch historische Orte (Firma Welte in Freiburg, Belfast, Southampton…) und natürlich einen möglichst richtig wiedergegebenen Hergang des Unglücks. Dabei war es nicht immer leicht, fundiert überlieferte Details von einer Art Glorifizierung oder schlichtweg falschen Fakten auseinander zu halten. Ich denke aber, es ist mir - dank guter Rechercheliteratur - ganz gut gelungen, die damaligen Vorkommnisse in eine spannende Romanhandlung einzuflechten.

 Ist es für Dich eigentlich eine Reduzierung, wenn man über dich sagt: Ja, die Büchle, die schreibt einen Liebesroman nach dem anderen?

Eine Reduzierung? Nein, weshalb? Ist etwas Verwerfliches daran, Bücher zu schreiben, die Liebesgeschichten beinhalten? Ich möchte mit meinen Büchern die Menschen unterhalten, sie ein wenig aus ihrem Alltag, der ja nicht immer nur rosarot ist, herausnehmen und in eine andere Welt eintauchen lassen. (Und auch dort geht es nicht immer nur zu wie auf einem Ponyhof!) Durch meine Bücher versuche ich - neben der Unterhaltung - Historie lebendig werden zu lassen und dadurch das weiterzugeben, was „Geschichte“ bezwecken sollte: ein Lernen aus den Fehlern, die die Menschen in ihrer Zeit begangen haben – damit wir es heute anders, besser machen. Dies erfordert eine Menge Disziplin und Recherchearbeit, die man dem Buch später gar nicht mal unbedingt ansieht, da nur etwa 10 % von dem, was ich an Geschichtsfakten, Details rund um das Sozialverhalten der Menschen damals, an Gebrauchsgegenständen, Kleidungsstücken der jeweiligen Epoche usw. „erlerne“ auch im Manuskript aufgenommen wird. Und ganz nebenbei versuche ich in meine Texte kleine Impulse einzustreuen, von denen ich hoffe, dass sie die Leser zum Nachdenken über ihr Leben, über „Gott und die Welt“ anregen. Ein Roman kann also durchaus mehr sein, als nur eine platt erzählte Liebesgeschichte zweier Menschen.

Auf Deinem Blog verrätst Du Deinen Lesern, dass Du bereits am nächsten Manuskript arbeitest. Magst Du uns schon etwas verraten?

 In meinem Blog verrate ich immer wieder kleine Details über das, was ich gerade schreibe. Allerdings erfordert es ein gewisses Geschick, nicht zu viel zu verraten. Dies gilt vor allem dann, wenn ich an einem Manuskript arbeite, bei dem der Verlag ein bestimmtes Thema wünscht. Diese „bestellten“ Bücher sind meist auf ein Ereignis ausgerichtet (so wie damals das „Mädchen aus Herrnhut“ zum Zinzendorfjubiläum erschien) und unterliegen deshalb einer gewissen Geheimhaltung. So ist es auch diesmal, weshalb ich mich mehr als sonst in Schweigen hülle. Kleinere „Details“, die ich so während des Schreibprozesses verrate, dürfen aber gerne auf dem Blog, bzw. auf meiner Facebook-Seite eingesehen werden. Es ist immer wieder spannend für mich zu beobachten, wie die Leser/Innen mitfiebern und miträtseln!

ein paar Tage später . . .

 Ein paar Tage sind vorbei. Wir fühlt man sich nun mit dem siebten Kind im Arm?

 Im Grunde ist das ja mein 12. Kind, und es fühlt sich einfach großartig und wundervoll an. Wie immer! Allerdings mus ich ehrlich sagen, dass mir die Kinder aus Fleisch und Blut doch um Vieles wertvoller sind als die aus Papier! Dennoch werden diese in den letzten Tagen nicht ganz so oft in den Arm genommen wie das Buch! Aber das ändert sich auch wieder. Gab es schon erste Leserreaktionen? Da keiner so schnell liest wie Du (!), gab es bisher nur die obige Rezension, für die ich mich ganz herzlich bedanke. Deshalb lebt die Spannung weiter und die Hoffnung, verbunden auch mit der Bitte, weitere Rückmeldungen zu erhalten. Denn nur durch diese kann ich sehen, was bei den Lesern geünscht ist, was gefällt - oder auch nicht. Ich warte also mehr oder weniger geduldig und aufgeregt auf neue Leserstimmen.

Wirst Du mit Deinem Buch jetzt auf große Lesereise gehen?

 Eine große Leserreise wäre auch einmal spannend, allerdings mit einem großen organisatorischen Aufwand verbunden. Mal sehen, ob sich dahin gehend etwas tut. Die letzten Jahre war ich etwa auf 12 bis 18 Lesungen/Veranstaltungen pro Roman. Sie fanden von der Schweiz bis hinauf nach Bremen statt und waren jedes Mal wunderschöne Events, bei denen ich tolle Leute kennenlernen durfte. Im Moment habe ich mehrere Anfragen zu Lesungen und bereits vier feste Termine. Interessierte dürfen mich gerne anschreiben, die Mailadresse ist im Impressum meiner Homepage zu finden, bzw. sich auch an den Verlag Gerth Medien wenden.

 Dir liebe Elisabeth und Deinem Buch alles Gute !

Christian Döring für Bücher verändern Leben, MÄrz 2012


Interview für Gerth Medien
März 2012


„Gedanklich habe ich den Titanic-Untergang miterlebt.“
Sie fasziniert seit Generationen die Menschen: Die Titanic, die bei ihrer Jungfernfahrt auf dramatische Weise sank. Elisabeth Büchle entführt ihre Leser mit ihrem neuen Roman an Bord des wohl bekanntesten Luxusliners. In unserem Interview gibt sie Einblicke in die Hintergründe ihres brandneuen Buches.

Sie haben ein Buch vor dem Hintergrund des Titanic-Untergangs geschrieben. Was geht Ihnen durch den Kopf, wenn Sie an das kürzlich gesunkene Kreuzfahrtschiff Costa Concordia denken?

Als ich die Nachricht von dem Unglück hörte, war ich sehr erschrocken und tief betroffen angesichts der Tragödien, die sich auf dem Schiff abgespielt haben müssen. Beim Schreiben des Buches hatte ich mich ja gedanklich auf die Titanic begeben und den Untergang miterlebt. Aus diesem Grund fühle ich tief mit den Überlebenden und auch mit den Angehörigen der Opfer mit. Es macht mich traurig, dass wir 100 Jahre nach dem bekanntesten Schiffsunglück anscheinend immer noch nicht gelernt haben, dass größer-höher-schneller-spektakulärer nicht zwingend „gut“ ist.

Was fasziniert Sie am Stoff des Titanic-Untergangs, dass er Sie dazu animierte, einen kompletten Roman zu schreiben?

Über ein dramatisches Geschehen zu schreiben – mit dem Hintergrundwissen über das, was damals „falsch“ lief – und die Romanprotagonisten trotzdem genau diese Fehler machen zu lassen, birgt für mich als Autorin einen großen Reiz. Hinzu kommt natürlich die ganze Mythenbildung um den Untergang der Titanic, der ich aber – so hoffe ich – in keiner Szene erlegen bin. Dieser Ehrgeiz war beim Schreiben groß!

Woher die Faszination „Titanic“ bei mir tatsächlich stammt, darüber rätsle ich allerdings selbst. Ich weiß um eine Zeichnung, die ich vermutlich in der 2. Klasse anfertigen musste: ein Wrack. Auf diesem kaputten Schiff zwischen Seetang und bunten Fischen steht, schön eingedeutscht: Britanik. Woher ich als damals Siebenjährige wissen konnte, dass die Titanic ein Schwesternschiff mit dem Namen Britannic hatte? Keine Ahnung!

Hand aufs Herz: Wie oft musste Ihr Mann den Oscar-prämierten Titanic-Film mit Leonardo diCaprio mit Ihnen ansehen?

Jetzt muss ich erst mal lachen! Ganz ehrlich: nur einmal! Als der Film damals in die Kinos kam, waren mein Mann und ich in Stuttgart im Kino. Ihm behagte der Film nicht, war er doch nicht darauf eingestellt, wie er sich ausdrückte, „den Menschen knapp zwei Stunden lang beim Sterben zusehen zu müssen“. Deshalb musste ich den Film anschließend, zwei-, dreimal ohne ihn anschauen, da der Regisseur James Cameron ja sehr auf Detailtreue achtete und ich so auch farbige und nicht nur schwarzweiße Bilder über das Schiff ansehen konnte!

Wie sind Sie bei Ihren Recherchen vorgegangen?

In der Hauptsache habe ich Sachbücher gelesen und im Internet recherchiert – um das, was ich dort las, nochmals über Bücher abzusichern, denn über die Titanic kursieren im Internet herrlich fantasievolle Geschichten. Ausgesprochen hilfreich waren natürlich die Berichte Überlebender. Die Bücher von Lawrence Beesley (2. Klasse) und Colonel Archibald Gracie mit John B. Thayer (1. Klasse) waren sehr wertvoll für mich. Übrigens findet man Sachbücher über die Titanic sogar für Kinder – manche davon richtig gut gemacht und informativ!

Sie haben einen spannenden historischen Bezug zu einer Firma in Freiburg als Grundidee für den Roman genommen: die Firma Welte, die im 20. Jahrhundert selbstspielende Pianos herstellte. Wie sind Sie darauf gestoßen?

Der Gedanke, einen Roman über die Titanic zu schreiben, geisterte schon lange in meinem Kopf herum, doch mir fehlte einfach die zündende Grundidee. Denn es war mein Bestreben, den Roman völlig anders aufzuziehen, als es vor mir und mit mir andere gemacht haben. Als ich einmal wieder das Suchwort Titanic eingab „stolperte“ ich über die Geschichte des Einbaus einer pneumatischen Welte-Orgel in der Titanic und Britannic. (Mehr Informationen dazu gibt es im Vorwort des Romans, und ich erzähle darüber gerne auch bei Lesungen.) Und damit war die Idee geboren, die Geschichte in Freiburg, im Schwarzwald, beginnen zu lassen und statt der ewigen 1. Klasse / 3. Klasse-Story vor allem die Hafenarbeiter in Belfast, die Besatzung der Titanic und die oft etwas vernachlässigte 2. Klasse - im wahrsten Sinne des Wortes - mit ins Boot zu nehmen.


Mit Norah haben Sie dem braven Richard einen temperamentvollen Wirbelwind als weibliche Protagonistin gegenübergestellt. Auch in Ihren anderen erfolgreichen Romanen sind die Frauen starke Persönlichkeiten. Was fasziniert Sie an starken Frauen?

Das „schwache“ Geschlecht ist stark! Was allein schon die Tatsache beweist, dass wir Frauen länger als Männer brauchen, bis wir erfroren sind, – wobei das natürlich jetzt makaber klingt, im Hinblick auf die Titanic aber nicht am Thema vorbeigeht. Ich denke aber nicht, dass meine Frauen in den Romanen immer nur einfach stark sind. Ihr Glaube macht sie stark, macht sie bereit, vieles zu erdulden, ihren „Mann“ zu stehen und zu kämpfen. Ich denke, dass in Frauen oftmals mehr steckt, als sie es sich selbst zutrauen. Dies möchte ich mithilfe meiner Romanfiguren ein bisschen aus ihnen herauskitzeln, denn die Erfahrung zeigt wohl, dass wir das leider oft erst sehr spät – und manchmal erst in besonders schrecklichen Notsituationen - wirklich realisieren. Dies wird besonders in zweien meiner Romane deutlich, in "Sehnsucht nach der fernen Heimat“ (zur Zeit vergriffen) und Goldsommer.
Gleichgültig, wie wir leben, können wir unserem Leben einen Sinn geben und unser Lebensziel erreichen.

Ihre Erzählung lebt von starken Kontrasten. Einerseits das Luxusschiff Titanic. Andererseits das Elend der irischen Arbeiterfamilien. Warum war es Ihnen wichtig, diesen Kontrast so detailliert darzustellen?

In Der Klang des Pianos geht es thematisch darum, welchen Sinn unser Leben haben soll, worin unser Lebensglück und –ziel besteht. Der Kontrast wirkt auf den ersten Blick natürlich extrem, doch er soll im Grunde nur aufzeigen, dass wir, ganz gleichgültig, ob wir nun steinreich oder arm sind, schlank oder mollig, extrovertiert oder eher scheu, glückliche Momente erleben können. Gleichgültig, wie wir leben, können wir unserem Leben einen Sinn geben und unser Lebensziel erreichen.

Kindesentführung, Prostitution, Armut, Gewalt – und eine rührende Lovestory. Ihre Geschichte ist so unglaublich spannend, dass man das Buch kaum zur Seite legen kann. Wie kommen Sie auf diese Ideen?

Ich muss sagen, dass das Leben leider (was die ersten Punkte der Aufzählung angeht) und zum Glück (beim letzten Punkt) diese Ideen vorgibt. Wir leben in einer Welt, in der schlimme und schöne Dinge geschehen. Und obwohl meine Fantasie enorm ausgeprägt ist und ich spielend Fantasiewelten erschaffen kann, möchte ich in meinen Büchern doch nicht den Bezug zur Realität verlieren. Das Leben jedes einzelnen Menschen ist angefüllt mit den unterschiedlichsten Geschichten, und ich hoffe immer, dass ich mit meinen Romanen bei dem einen oder anderen Leser genau in seine Lebenssituation hineinsprechen kann, bei ihm etwas Hilfreiches bewegen kann.


---------------------------------------------------------------------------------------------------
Interview auf buchtips.de

"Das Impulsive ist mir durchaus vertraut!"

Mit "Der Klang des Pianos" legt die in Süddeutschland lebende Autorin Elisabeth Büchle einen Titanic-Roman der etwas anderen Art vor. Sie erzählt die packende Geschichte der Werftarbeiter und stellt den eigentlichen Untergang eher in den Hintergrund. Buchtips sprach mit der Autorin über die Arbeit an dem Roman und über den Mythos Titanic.

Michael Krause: Der Untergang der Titanic fasziniert auch einhundert Jahre nach der Katastrophe viele Menschen. Was macht Ihrer Meinung nach, den Reiz des Mythos Titanic aus?
Elisabeth Büchle: Zum einen dürfte es tatsächlich der Mythos selbst sein, der um diesen Untergang gesponnen wurde. Welche Fakten entsprechen der Wahrheit, welche entstammten im Laufe der Zeit den Vorstellungen der Menschen? Bereits kurz nach dem Unglück begannen sich Realität und Fantasie zu vermischen. Zum anderen war es das erste Unglück, von dem - dank der damaligen Erfindung des Marconi-Telegrafen - sehr schnell weltweit berichtet wurde. Zudem störte der Untergang der Titanic empfindsam die Technikgläubigkeit der damaligen Zeit. Außerdem darf man bei der Frage nicht die ausgesprochen finanzstarke, illustre Gesellschaft an Bord des Liners vergessen.

MK: Wann hatten Sie die Idee, die Handlung eines Romans auf der Titanic anzusiedeln?
EB: Da auch mich die Faszination um die Tragik des Unglücks schon in sehr frühen Jahren ereilte, spielte ich schon sehr lange mit dem Gedanken. Genau festmachen kann ich es aber nicht.

MK: Wie ist es dazu gekommen, dass Sie gerade die Arbeiterschicht in Belfast so stark in den Fokus Ihres Romans stellen?
EB: Mein Bestreben war es, nicht die übliche 1. Klasse – 3. Klasse-Story zu Papier zu bringen. Also wandte ich mich den Werftarbeitern, den Stewards, Heizern und Matrosen zu. Ich finde, sie wurden bisher viel zu wenig beachtet, hatten sie doch einen entscheidenden Anteil an der Erbauung, an der Fahrtüchtigkeit und an den Rettungsbemühungen nach der Kollision. Gerade die Heizer und die Ingenieure an Bord (Letztere verloren beim Untergang alle ihr Leben!) halte ich für die wirklichen Helden der Titanic.

MK: Haben Sie sich im Vorfeld von Verfilmungen oder anderen Romanen um die Titanic inspirieren lassen?
EB: Ich kenne zwei Titanic-Verfilmungen, habe diese aber nicht bewusst unmittelbar vor bzw. während des Schreibprozesses angeschaut, Bücher in Romanform habe ich gar nicht gelesen. Erst nach der Rohfassung nahm ich mir intensiv die Cameron-Verfilmung vor, ist der Regisseur doch für seine Detailtreue bekannt, sodass ich mir einige Räume, Kleidungsstücke oder Gebrauchsgegenstände auch mal in Farbe und nicht nur anhand von schwarz-weiß Fotografien oder Filmen zu Gemüte führen konnte.

MK: Wie schwer und intensiv war die Recherche der historischen Fakten?
EB: Recherche für einen Roman sind meist sehr aufwändig, zumal ich den Ehrgeiz besitze, möglichst ohne gravierende Fehler auszukommen. Im Fall der Titanic war die Recherche auf der einen Seite leicht, da es viele Sachbücher und auch Berichte Überlebender gibt, an denen ich mich entlang hangeln konnte. Andererseits musste ich schon sehr aufpassen, nicht ebenfalls einem vom Mythos behafteten Detail aufzusitzen.

MK: Wie lange hat die Arbeit an "Der Klang des Pianos" gedauert?
EB: Die Recherche und die spätere Überarbeitung mit eingeschlossen schätze ich die Arbeitszeit auf etwa ein Jahr.

MK: Der Roman erzählt eine Liebesgeschichte vor historischem Hintergrund und enthält durchaus auch ein paar Krimielemente. Worin liegt für Sie der Reiz, diese unterschiedlichen Ansatzpunkte zu verknüpfen?
EB: Ich mag es gerne spannend. Aus diesem Grund verknüpfe ich meine Liebesgeschichten gerne mit einer aufregenden Story. Oder ist es vielmehr so, dass ich in eine abenteuerliche, spannende Erzählung eine Liebesgeschichte verwebe?

MK: Wenn Sie Ihre Arbeitsweise beschreiben müssten: Gleichen Sie eher dem strukturierten Richard oder der impulsiven Norah?
EB: Das ist mal eine lustige Frage! Ich fürchte, ich tendiere mal mehr zu Richard, mal mehr zu Norah. Ohne Disziplin und Zielstrebigkeit funktioniert es nicht, eine Geschichte dieses Umfangs zu schreiben. Aber das Impulsive (oder Chaotische?) ist mir durchaus sehr vertraut.

MK: Sie sind seit Kindesbeinen ein Bücherwurm. Wann haben Sie den Wunsch verspürt selbst Geschichten zu erzählen?
EB: Ich begann mit dem Schreiben, kaum dass ich alle Buchstaben auf Papier kritzeln konnte. Das dürfte so Ende der ersten Klasse gewesen sein. Allerdings entstammte dies weniger dem Wunsch, Autorin zu werden, als vielmehr einer hervorragenden Möglichkeit, meine überschäumende Fantasie in geordnete Bahnen zu lenken.

MK: Was ging in Ihnen vor, als Sie Ihre erste Geschichte veröffentlicht hatten?
EB: Mein erster Roman "Im Herzen die Freiheit", erschien im Jahr 2006. Und es war SEHR aufregend, plötzlich ein Buch in den Händen zu halten, dessen Geschichte ich schon vor dem Lesen kannte. Auch erinnere ich mich gut, dass ich damals fast erschrocken war, wie groß mein Name vorne auf dem Cover abgedruckt war. Ganz ehrlich: Diese Faszination und Freude, ein eigenes Buch in den Händen zu halten, hat mich bis heute noch nicht losgelassen. Es ist immer wieder ein Erlebnis!

MK: Welche Geschichten mag die Leserin Elisabeth Büchle?
EB: Vielleicht wäre es einfacher zu schreiben, welche ich nicht mag!? Aber ich versuche einmal zu Umreißen, was für mich gute Bücher sind. Ich mag Geschichten die nachvollziehbar sind, sich also im reellen Leben so zugetragen haben könnten. Gerne dürfen sie spannend und aufregend sein, eine kleine Liebesgeschichte darin ist immer nett. Wichtig ist mir ein gewisser Tiefgang der Charaktere, der Handlung, der Aussage, die der Autor, die Autorin in ihre Geschichte gepackt hat. Und ich möchte gerne wissen, wie es um die Protagonisten aussieht. Luftleere Räume, ohne dass ich mir vorstellen kann, ob es regnet oder die Sonne scheint, ob es Bäume in der Nähe gibt oder einen Fluss sagen mir nicht so sehr zu.

MK: Hat sich Ihr Leseverhalten geändert, seit Sie als Autorin arbeiten?
EB: Leider! Ich lese einen Roman kaum einmal mehr mit unverfälschtem Genuss. (Dann muss er wirklich gut sein!) Oft überlege ich, wie ich diese oder jene Szene gelöst hätte, finde gelegentlich auch Ungereimtheiten im Aufbau der Geschichte, wo ich früher vermutlich einfach darüber hinweg gelesen hätte. (Die finden andere vielleicht auch in meinen Romanen, wer weiß!?) Manches Mal freue ich mich einfach über eine wunderschöne Beschreibung und genieße sie zweimal, dreimal. Allerdings fehlt mir vor allem die Zeit.

MK: Sie sind Mutter von fünf Kindern. Wann ist für Sie die beste Zeit zum Schreiben?
EB: Früher, als die Kinder noch kleiner waren, habe ich viel abends und nachts geschrieben. Inzwischen sind alle morgens aus dem Haus, sodass ich die Stunden vor dem Mittagessen intensiv zum Schreiben nutze, gelegentlich auch den Samstag und vor allem die Schulferien. Da läuft das Leben im Hause Büchle dann sehr "chaotisch" aber kreativ ab.

MK: Was macht Elisabeth Büchle wenn sie nicht schreibt oder liest?
EB: Hausfrau, Ehefrau und Mutter sein. Das an sich ist im Grunde ja schon mehr als ein 100% Job. Ich versuche, mich regelmäßig sportlich zu betätigen, um das lange Sitzen am Computer auszugleichen.

MK: Können Sie uns zum Schluss schon ein paar Worte zum nächsten Projekt verraten?
EB: Aussagen zum nächsten Projekt sind immer sehr schwierig, meist unterliegen sie einer gewissen Geheimhaltung. Aber so viel: Vorausgesetzt es klappt wirklich alles wie geplant, kommt ab Frühjahr 2013 eine Trilogie von mir auf den Buchmarkt.
_______________________________________________________________


Pressebericht zur Premierenlesung in Trossingen
Trossinger Zeitung/Schwäbische Zeitung
-- März 2012



Seit nunmehr einem ganzen Jahrhundert beschäftigt und fasziniert ihre tragische Geschichte die Menschen immer wieder: die „Titanic“ ist bereits wenige Zeit nach ihrem Untergang zum Mythos geworden. Auch die Trossinger Autorin Elisabeth Büchle ist der Faszination dieses Schiffes erlegen. In ihrem neuesten Roman – es ist bereits ihr siebter - führt sie ihre Leser an Bord des legendären Luxusliners.


Von Anja Schumann

Am Donnerstag entführte Elisabeth Büchle eine ansehnliche Besucherschar in der Stadtbibliothek Trossingen ins Jahr 1912 und in die Welt ihres neuen Romans mit dem ungewöhnlichen und verheißungsvollen Titel „Der Klang des Pianos“. Für die entsprechend stimmungsvolle, dem literarischen Sujet angemessene Musik sorgte bei dieser spannenden Lesung der Pianist Andreas Reif am Digitalpiano mit Stücken wie „Greensleeves“ oder der Irischen Nationalhymne.

Elisabeth Büchle fasziniert die Geschichte der Titanic seit vielen Jahren. „Über ein dramatisches Geschehen zu schreiben - mit dem Hintergrundwissen über das, was damals falsch lief - und die Protagonisten trotzdem genau diese Fehler machen zu lassen, hat für mich als Autorin einen großen Reiz“, erklärte sie ihren Zuhörern. Bereits in ihrer Kindheit kam sie mit dem Mythos des Ozeanriesen – wohl eher unbewusst – in Berührung. „Woher meine Faszination für die Titanic ganz genau rührt, ist für mich im Grunde ein Rätsel. Ich kann mich allerdings an die Zeichnung eines Schiffwracks erinnern, die ich in der zweiten Klasse anfertigen musste - darauf stand eingedeutscht ‚Britanik’! Woher ich jedoch als Siebenjährige wissen konnte, dass die ‚Titanic’ ein Schwesternschiff mit diesem Namen hatte, ist mir bis heut unklar“, erzählte Elisabeth Büchle: „Ich hatte schon lange den Wunsch, einen Roman über die ‚Titanic’ zu schreiben, zunächst fehlte mir dazu aber die zündende Grundidee“. Schließlich wollte Frau Büchle ihre Geschichte bewusst anders gestalten als es vor ihr unzählige Autoren mehr oder weniger erfolgreich getan haben. Zu den gelungenen Romanen über die Titanic zählt denn auch Erik Fosnes Hansens „Choral am Ende der Reise“ von 1990, in dem der Autor das Schicksal der Musiker des Titanic-Salonorchesters erzählt.

Als Elisabeth Büchle bei Recherchen im Internet schließlich herausfand, dass sowohl auf der ‚Titanic’ als auch auf der ‚Britannic’ eine Orgel der Freiburger Manufaktur Welte eingebaut wurde, kam sie endlich, die zündende Idee: Aus der Orgel wurde ein Selbstspielklavier und Elisabeth Büchle ließ ihren Titanic-Roman im Schwarzwald, eben in Freiburg, beginnen. Und anstelle der oft bemühten Erste- und Dritte-Klasse-Story nahm die Trossingerin vor allem die Hafenarbeiter, die Besatzung und die so oft vernachlässigte zweite Klasse - im wahrsten Sinne des Wortes - mit ins (Rettungs-) Boot. Fiktive Hauptfigur in ihrem über 440 Seiten starken Buch ist Richard, ein gebürtiger Trossinger und Klavierbauer, der im Auftrag der Firma M. Welte & Söhne eines jener einzigartigen selbstspielenden „Welte-Mignon-Pianos“ auf der Titanic einbauen soll, mit denen das Unternehmen Weltruhm erlangte und die bis heute zu bewundern sind – unter anderem im Trossinger Klavierhaus Hermann. Auf seiner Dienstreise begegnet Richard der bezaubernden, temperamentvollen und tiefgläubigen Norah. Die junge Frau stellt das Leben des „typisch deutschen“ Kunsthandwerkers gründlich auf den Kopf. Die Geschichte nimmt ihren Lauf…

Bereits in ihren früheren Romanen erscheinen Elisabeth Büchles Frauengestalten selbstbewusst und stark. Auch die Figur der Norah ist eine sehr starke aber auch sympathische Persönlichkeit. „Ich denke, dass in Frauen oftmals mehr steckt, als sie sich selbst zutrauen. Dies möchte ich mit Hilfe meiner Romanfiguren aus ihnen herauskitzeln“, so die Schriftstellerin. In ihrem Buch schildert sie aber auch das panische Verhalten der Menschen während der Katastrophe, von der die technikgläubige Welt am Vorabend des Ersten Weltkrieges tief erschüttert wurde. „Beim Schreiben des Buches hatte ich mich ja in Gedanken auf die Titanic begeben und den Untergang miterlebt“. Als Elisabeth Büchle dann von der aktuellen Katastrophe der „Costa Concordia“ erfuhr, war sie „sehr erschrocken und tief betroffen angesichts der Tragödien, die sich abgespielt haben müssen. Deshalb fühle ich tief mit den Überlebenden und mit den Angehörigen der Opfer mit“, so Elisabeth Büchle.

Um die Geschichte zu einem wirklich neuen und packenden Roman zu machen, hat die Autorin neben dem Klavierbauer selbstverständlich noch viele weitere Charaktere geschaffen. So taucht „wie in allen meinen Büchern“ auch hier ein „Bösewicht“ auf, deutete Elisabeth Büchle an. In ihrer Einführung und einem Anhang erläutert sie auch die historischen Hintergründe ausführlich, zwei Risszeichnungen der Titanic ergänzen die Ausführungen. Eine besonders schöne Geste: Quasi als Geleitwort hat die Trossinger Romancière ihrem Buch ein Gedicht der jungen Schuraer Poetin Hanna Dengler vorangestellt: „Glücksmomente“. Wer nun gespannt ist auf mehr, der sollte sich den „Klang des Pianos“ auf keinen Fall entgehen lassen…

INFO: Elisabeth Büchle: "Der Klang des Pianos". Gerth Medien 2012. ISBN 978-3-86591-663-1.Preis: 16.99 €
Verfasst für: Trossinger Zeitung/Schwäbische Zeitung. Foto: Alfred Thiele


Interview von Rainer Buck
März 2012

1.Im neuen Buch ist das Drama um die „Titanic“ gar nicht ganz so offensichtlich im Zentrum wie es der Umschlag erwarten ließe. Gab es da hinter den Kulissen Diskussionen.

Nein, Diskussionen blieben gänzlich aus. Das liegt zum einen daran, weil die Mitarbeiter von Gerth Medien von mir inzwischen „Unvorhersehbares“ gewohnt sind, zum anderen, weil der Verlag mir wirklich sehr viele Freiheiten diesbezüglich einräumt, was ich meine Protagonisten in den Romanen so alles anstellen lasse. Das Besondere an meinen Büchern ist ja, dass sie nicht immer nur mit dem Mainstream schwimmen.

2.Schon bei der Ankündigung des Buchs hab ich bewundert, dass da eine Spur gelegt wird aus deiner näheren Heimat zum Luxusliner „Titanic“. Darauf musste man erst einmal kommen - dass die Freiburger Firma Welte ein Klavier für die „Titanic“ lieferte. Wie findet frau einen solchen „link“ und wie checkst Du ab, ob sich dazu eine passende Geschichte ersinnen lässt?

Da die Idee, einen Roman rund um die Titanic zu schreiben schon vor längerer Zeit geboren wurde, - verknüpft mit dem Wunsch, diese Geschichte völlig anders zu erzählen, als es sie bereits gab, war ich immer wieder sporadisch auf der Suche nach einem genialen Ausgangspunkt.

Als deutsche Autorin suchte ich natürlich bevorzugt einen Aufhänger hier in Deutschland. Dass ich dann „zufällig“ über den Link mit der Britannic-Orgel in einem Museum nahe bei Basel stolperte und der Hersteller dieser Orgel aus Freiburg im Breisgau stammte, war absolut genial. Um einen dort arbeitenden Instrumentenbauer schließlich nach Belfast und auf die Titanic zu schicken, brauchte es als weitere Zutat nur ein wenig von meiner ausgeprägten Fantasie… und schon verselbständigte sich die Geschichte.


3.Ich habe den Eindruck, einem neuen Roman von Dir schlägt inzwischen schon eine Woge der Erwartungen entgegen. Nun bist Du eine routinierte Schreiberin, andererseits stellt sich die Frage, ob sich da auch hin und wieder die Furcht einstellt, den Erwartungen mit einem neuen Buch nicht zu entsprechen. Kennst Du solche Zweifel?

Ich kenne diese Zweifel gut. Sie sind immer da, von dem Augenblick an, wenn das Manuskript an die Lektorin geschickt wird (wie gerade heute wieder geschehen), bis die ersten positiven Leserstimmen eintreffen.
Weshalb das so ist, kann ich nicht einmal genau benennen. Vielleicht, weil das Herz einer Autorin doch ein bisschen an der Geschichte, an den Figuren hängt und – wie bei ihren Kindern – eigentlich nur „Gutes“ über sie hören möchte?
Natürlich kann keine Geschichte jeden Leser überzeugen, denn dafür sind wir Menschen mit zu unterschiedlichen Ansichten und Geschmack ausgestattet worden. Aber das ist gut so, sonst wäre das Leben schrecklich eintönig!
Der Druck bei „Der Klang des Pianos“ empfand ich jedoch als ausgesprochen hoch, war doch sein Vorgänger, der Goldsommer, ein Roman, der unheimlich gut ankam und sehr gelobt wurde.


4. Die ersten Reaktionen auf den neuen Roman klingen wieder ziemlich begeistert. Ist das der Punkt, an dem die Zweifel verstummen?

Ja, ab diesem Augenblick sind die zweifelnden Stimmen ganz, ganz leise geworden. Es ist einfach wunderschön, wenn Leser mir rückmelden, dass das Buch spannend, unterhaltsam und auch lehrreich sei. Und konstruktive Kritik ist ab jetzt durchaus auch willkommen!

5. Die meisten Deiner Leserinnen sind wohl bewusste Christinnen, aber Du man stößt inzwischen auch außerhalb der christlichen Szene auf Deinen Namen und Deine Buchtitel. Sogar die Nominierung für einen Buchpreis hast Du mit „Goldsommer“ erreicht. Erzählst Du über die Hintergründe?

Die Hintergründe sind recht schnell erklärt. Es gibt eine Autorenvereinigung, die sich DeLiA nennt. (Deutsche Liebesromanautoren/Autorinnen). Jedes Jahr kürt von dieser Vereinigung eine Jury aus vier Autoren/Autorinnen den schönsten Liebesroman im deutschsprachigen Bereich. Gerth Medien war so freundlich und hat den Goldsommer eingereicht. Dieser landete unter den 114 eingesandten Romanen prompt in der Finalrunde der letzten Zwölf. Die Aufregung war groß, als ich davon erfuhr! Und gleichgültig wie die Platzierungen im Mai bei der Galaveranstaltung der DeLiA-Liebesromantage auch ausgehen mögen, schon diese Nominierung ist für mich ein riesengroßer Erfolg!

6. in „Der Klang des Pianos“ sind Aussagen über den Glauben wieder geschickt mit der Handlung verwoben. Lassen Dich Deine Leser mitunter wissen, dass ihnen das wichtig ist?

Meine Leser/Innen melden mir recht häufig ihre Eindrücke und Empfindungen, die sie beim Lesen meiner Romane überfallen, was ich als ausgesprochen bereichernd erlebe. Gerade der Goldsommer muss viele Menschen sehr bewegt haben, und ich war sehr berührt, dass sich einige Frauen bei mir meldeten, die Ähnliches wie Amrei erleiden mussten. Meine Aufarbeitung dieses schrecklichen Geschehens muss sie sehr angesprochen haben und hilfreich für sie gewesen sein. Mit dieser Art von Rückmeldung kann auch keine 5-Sterne-Rezension mithalten! Dass ist es, was ich gerne möchte: Die Menschen in ihrem Alltag erreichen, ihnen einen kleinen Hinweis, eine kleine Hilfe an die Hand geben. Jetzt hoffe ich, dass mir das auch bei „Der Klang des Pianos“ gelungen ist.

7. Kann man mit Büchern die Welt verbessern?

Nein, diese Macht haben Bücher nicht. Allerdings denke ich, dass es einem Autor gelingen kann, über die Geschichte, die er erzählt, in das Leben einzelner Menschen einzugreifen, ihre eigene kleine Welt ein bisschen zu verändern. Rückmeldungen, die mich von Lesern erreichten, belegen das.
Wenn über Impulse, die ich in meine Romane einbaue, nachgedacht wird, habe ich mein Ziel erreicht. Die Welt darf dann gerne von jemand anderem gerettet werden! :o)